Der 24-Stunden-Benefizlauf des Sparda-Teams feiert am letzten September-Wochenende sein 25. Jubiläum. 87 000 Kilometer stehen auf seinem Konto.

In diesem Jahr geht zum 25. Mal der 24-Stunden-Benefizlauf des Sparda-Teams über die Bühne. Die Traditionsveranstaltung hat im Jahreskalender vieler Ausdauersportler – als aktive Läufer oder als Mannschaftsbetreuer – einen festen Platz eingenommen. Einige sind von Anfang an dabei und schauen gerne auf 24 Jahre Benefizlauf zurück, der 1994 auf der Tartanbahn bei der Göppinger Bereitschaftspolizei seine Premiere feierte und beim traditionsreichen Fest unter den Kastanien endete.

Entstanden ist die Idee bei den Langstreckenläufern des TSV Adelberg-Oberberken, die sich mit Beginn der Kooperation mit der Sparda-Bank Stuttgart den Wettkampfnamen Sparda-Team gegeben hatten. Mit Unterstützung des Geldinstituts als Sponsor wollte man Kilometer für gute Zwecke sammeln und gleichzeitig einen Guinnessbuch-Weltrekord aufstellen, den es zu diesem Zeitpunkt in der Form noch nicht gab.

Für  regio tv haben wir ein kleines Video über unseren 24-Stunden-Lauf und über unseren Trainingsplatz gedreht:

 Link zum Originalcontent auf  regio tv: https://www.regio-tv.de/mediathek/video/24uhingen-bringt-sportler-ans-limit/

Im eigenen Sparda-Team und mit der Polizei Baden-Württemberg hatte man zunächst zwei Mannschaften. Als die Idee aber dann bei der NWZ ankam, meldete sich Sportredakteur Harald Betz – der im Übrigen 15 Jahre lang als 24-Stunden-Lauf-Moderator die Zuschauer auf dem Laufenden hielt – und brachte das NWZ-Dream-Team mit, eine Mannschaft aus Läuferinnen und Läufern von sechs Kreisvereinen, die mit Unterstützung des Uhinger Ausdauersportlers Gerhard Klingler geboren wurde.

So traten drei Mannschaften mit je zehn Teilnehmern, darunter mindestens zwei Frauen – so der Austragungsmodus bis zum Jahre 2016 – gegeneinander an. Während das Sparda-Team auf der Tartanbahn wegen des verletzungsbedingten Ausfalls von Läufern kläglich scheiterte, lief das NWZ-Dream-Team zur Hochform auf und schaffte mit 417,870 Kilometern den Eintrag ins Guinnessbuch. Die Polizei-Staffel landete in Anwesenheit des damaligen Innenministers Frieder Birzele, der das Rennen mit Pistolenschuss stoppte, mit 413 Kilometern knapp dahinter. Jeder gelaufene Kilometer wurde von der Sparda-Bank mit fünf D-Mark prämiert und so war der 24-Stunden-Benefizlauf mit 7000 D-Mark, den die Göppinger Behindertensportgemeinschaft entgegennahm, gleich ein toller Erfolg.

Der zweite Lauf fand 1996 in Uhingen statt, da man nicht mehr auf der Bahn laufen wollte. Beim Handels- und Gewerbeverein Uhingen stieß man in der Person seines Vorsitzenden Rainer Frey gleich auf offene Ohren, der mit dem Event eine Aufwertung des verkaufsoffenen Sonntags sah. Damit war der Uhinger 24-Stunden-Benefizlauf geboren. Zunächst wurde im März gelaufen. Wegen des oftmals eisigen Wetters am Ende des Winters wurde das Event ab 1999 auf das letzte September-Wochenende gelegt. In Uhingen fand man auch die beste Infrastruktur. Zunächst war der Uhinger Berchtoldshof das Zentrum des Rennens, später verlängerte man die Strecke bis zum neuen Uditorium, das seither als Basis dient. Die unbürokratische Zusammenarbeit mit der Stadt Uhingen und dem HGV machte die Organisation des Laufes überhaupt möglich. „Mit der Uhinger Feuerwehr im Boot lief von Anfang alles wie am Schnürchen“, lobt Sparda-Team-Vorstand Rolf Bayha den selbstlosen Einsatz der Uhinger Wehr. „Geht nicht, gibt’s nicht“, laute die Devise in Uhingen. „Ohne diese Partner wäre der 24-Stunden-Lauf nie möglich gewesen“, lobt Bayha das problemlose Miteinander bis zum heutigen Tag.

Unzählige Höhepunkte hat man in Uhingen erlebt: So gab 1998 der damalige Gesundheitsminister Horst Seehofer bei seiner Kreisbereisung den Startschuss ab. Walter Riester griff 2002, am Ende seiner Amtszeit als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, zur Pistole und schickte die Mannschaften auf die letzte Runde, bevor er das Rennen stoppte. Überhaupt waren in 24 Jahren unzählige Promis an und auf der Strecke. So glänzte viele Jahre der frühere Bundestagsabgeordnete Klaus Riegert mit dem Einsatz von Promimannschaften und lief selbst zig Kilometer für die gute Sache. Mehrfach dabei war der heutige Präsident des Göppinger Polizeipräsidiums Einsatz, Ralph Papcke. Mehrere Runden lief der frühere Innenminister Heribert Rech. Fleißig um Kilometer kämpften der damalige Rechberghäuser Bürgermeister Rainer Ruf und der heutige Landrat und frühere Ebersbacher Bürgermeister Edgar Wolff, die von der Sparda-Bank ebenfalls mit fünf D-Mark und später mit 2,50 Euro belohnt wurden. Die Ehre gaben sich auch Martin Weissbrodt, ehemaliger Schultes von Heiningen und Bad Säckingen, und Bernhard Ilg, damaliges Gemeindeoberhaupt von Salach und heutiger OB von Heidenheim, sowie Handballlegende Bernhard Kempa. Zahlreiche Ärzte sammelten einige Jahre im Alpha-Team oder Emercency Room-Team der Klinik am Eichert Kilometer um Kilometer. Stets als sportinteressierter Gast zeigt sich Uhingens Ehrenbürger Prof. Dieter Hundt, der seit Jahren Allgaier-Mannschaften auf den Rundkurs schickt.

Seit 24 Jahren dabei ist die Polizei Baden-Württemberg, die zehn Siege feiern konnte und im Jahr 2000 mit 428,410 Kilometer einen Guinnessrekord aufstellte, den die „Uigos Fleckenwetzer“ ein Jahr später mit 434,511 Kilometer verbesserten. Danach wurden 24-Stunden-Rekorde nicht mehr ins Guinnessbuch eingetragen.

Die meisten Mannschaften waren aus der Gegend, aber manche reisten auch von weit her an: Die weiteste Entfernung hatte das BHW-Team, das viele Jahre aus Hameln bereits freitags mit der Bahn anrückte und jeweils 5000 Euro für den Spendentopf mitbrachte. 1999 war ein der Augsburger Zoll mit dem Team Finanzkontrolle Schwarzarbeit vertreten.

Seit 2017 wird der 24-Stunden-Lauf als Hindernislauf ausgetragen. Mit dem ersten Hindernislauf durch eine deutsche Innenstadt wollte man Pepp in das 24-Stunden-Format bringen, das in den letzten Jahren die gewohnten Zuschauermassen etwas vermissen ließ und sich auch bei den Läufern eine spürbare Langeweile breitmachte. Das Sparda-Team holte mit dem Uhinger Björn Hahn von Getting Tough einen Fachmann ins Boot, der seither als sportlicher Leiter fungiert. Im letzten Jahr konnten weitere Sponsoren gewonnen werden, die den Benefizgedanken unterstützen.
Bis heute wurden 86690 Kilometer gelaufen, die rund 288 000 Euro für soziale Zwecke erbrachten. Das Sparda-Team Rechberghausen, der HGV und alle Helfer sind stolz auf 24 Jahre 24-Stunden-Benefizlauf und hoffen auf weitere erfolgreiche Events und viele Unterstützer der guten Sache.

Impressionen ...



Die Spendenempfänger

Behinderten-Sportgemeinschaft Göppingen, AWO Uhingen (Einstiegshilfe Behindertenbus), Kindergarten Schwabenstraße Uhingen (Bewegungsraum),
Erhalt des Naturdenkmals Charlottensees Uhingen, Wilhelmshilfe GP (Fahrzeug für den Pflegenotdienst), Herzenssache des SWR , Förderverein für psychosoziale Hilfe GP, NWZ-Aktion Gute Taten, WLV Kreis GP (Jugendarbeit), Förderverein Kulturzentrum Uditorium, Lokale Agenda Uhingen Kinderkulturfestival, Bürgerstiftung Landkreis GP, Stammzellentypisierungsaktion Uhingen, Förderverein Hieberschule Uhingen, Rettungshundestaffel mittlerer Neckar, Lichtblick e.V., Hohenstaufenstiftung, Projekt Uhinger Kinder (Bolzplatz), Förderung des behinderten Lukas, Sprachförderung der Stadt Uhingen, Waldeckhof Göppingen, Uhinger Jugendhaus, Sozialstation Uhingen, "Tagestreff Lichtblick", Malteser Kinderhospiz Göppingen, SAB Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung gGmbH (Waldeckhof), Verein "Essen für benachteiligte Kinder in Göppingen", Verein "Ela Deutschland", Stadt Uhingen für das Projekt, jungen Migranten durch Sprachunterricht bei der Integration zu helfen, Frühberatungsstelle Uhingen - Beratungs und Förderung von Kindern mit Entwicklungsauffälligkeiten, Bündnis für Familie Göppingen, Kreisverein Leben mit Behinderungen, Deutsche Lebensretter-Gesellschaft, Polizeistiftung Baden-Württemberg, Tour Ginkgo der Christiane Eichenhofer Stiftung.

 Die Sieger

1994: 417,870 km – NWZ-Dream-Team (Guinnessbuchrekord)
1996: 367,976 km – Sparda-Bank-Team Adelberg
1997: 395,785 km – Sparda-Bank-Team Adelberg
1998: 399,220 km – Polizei Baden-Württemberg
1999: 425,210 km – Polizei Baden-Württemberg (Guinnessbuchrekord)
2000: 428,410 km – Polizei Baden-Württemberg (Guinnessbuchrekord)
2001: 434,511 km – Uigos Fleckenwetzer (Guinnessbuchrekord)
2002: 404,500 km – Polizei Baden-Württemberg
2003: 397,750 km – Polizei Baden-Württemberg
2004: 389,800 km – WMF-BKK-Team Süßen
2005: 389,890 km – WMF-BKK-Team Süßen
2006: 409,339 km – Sparda-Team Rechberghausen
2007: 405,096 km – Sparda-Team Rechberghausen
2008: 405,671 km – WMF-BKK-Team Süßen
2009: 425,260 km – Polizei Baden-Württemberg
2010: 452,512 km – DEVK-Runners (Streckenrekord)
2011: 460,643 km – Aktiv³ Das Elite-Team (Streckenrekord)
2012: 402,580 km – Polizei Baden-Württemberg
2013: 408,272 km – Polizei Baden-Württemberg
2014: 421,544 km – Polizei Baden-Württemberg
2015: 410,168 km – Polizei Baden-Württemberg
2016: 393,736 km – Sparda-Team Rechberghausen
2017: 286,000 km – FitOne GETTINGTOUGH Team
2018: 248,000 km – Getting Tough 4er-Team mix


 Dieser Bericht erschien am 24.09.2019 zuerst in Printausgabe der   Printausgabe der NWZ / GZ

Erster Uhinger 24-Stunden-Hindernislauf am 23. und 24.09.2017
Erster Uhinger 24-Stunden-Hindernislauf am 23. und 24.09.2017
Erster Uhinger 24-Stunden-Hindernislauf am 23. und 24.09.2017
Hindernislauf im Kommen
Zweiter Uhinger 24-Stunden-Hindernislauf am 29. und 30.09.2018
Zweiter Uhinger 24-Stunden-Hindernislauf am 29. und 30.09.2018
Zweiter Uhinger 24-Stunden-Hindernislauf am 29. und 30.09.2018
Zweiter Uhinger 24-Stunden-Hindernislauf am 29. und 30.09.2018
Zweiter Uhinger 24-Stunden-Hindernislauf am 29. und 30.09.2018
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