Hochstimmung bei den Kreis-Athleten an der Werfthalle: Jochen Müller von der Feuerwehr Jebenhausen und Miriam Köhler vom Sparda-Team Rechberghausen werden als Sieger gefeiert. 

Dichter Nieselregen am Start, Nebel auf dem Hohenstaufen: Die Vorzeichen für die siebte Auflage des Barbarossa-Berglaufes waren aus Sicht der angereisten Begleiter und Zuschauer nicht die besten. Einige „Schönwetterläufer“ scheuten offensichtlich die Nässe und blieben zuhause.

Anders sahen es die 425 angetretenen Läuferinnen und Läufer vor der Überquerung des Göppinger Hausbergs. Für sie konnte das Wetter nicht besser sein: „Regen stört nicht, viel schlimmer wäre Hitze“, meinten die meisten und waren guter Dinge. 74 hatten sogar am Morgen noch nachgemeldet, um die anspruchsvollen 21,4 Kilometer mit rund 300 Höhenmetern in Angriff zu nehmen.

Die Siegerinnen (v.l.) Karin Kern (2), Staufi (a. K.), Miriam Köhler (1) und Tanja Massauer (3) - Foto: Rolf Bayha
Siegerin im Halbmarathon (1:39:44): Miriam Köhler - Foto: Rolf Bayha
Michael Digel kurz vor der Spielburg - Foto: Rolf Bayha
Staufi und die "Kaiser" - Foto: Rolf Bayha

Oberbürgermeister Guido Till und Schirmherr Klaus Riegert schickten das bunte Läuferfeld auf die Strecke und es wurde an der Spitze von der ersten Sekunde an hart gekämpft. Nico Damrat von der Stuckateur-Innung Göppingen-Geislingen war Startläufer bei der ersten 4er-Mannschaft und lief vorne weg, im Schlepptau Jochen Müller von der Feuerwehr Jebenhausen, Michael Digel vom Sparda-Team Rechberghausen, Chris Klenk aus Tübingen und Marcus Baur vom Team Salomon-LG Welland, der als Sieger im Jahre 2014 die Strecke gut kannte. Er hatte bis zum Gipfel des Kaiserbergs augenscheinlich die besten Karten und lief rund 100 Meter vorne weg.

Müller und Digel folgten gleichauf. Während der Sparda-Läufer Magenprobleme bekam und zurückfiel, lief Jochen Müller „wie die Feuerwehr“ und holte den Führenden ein. Einen Kilometer vor dem Stauferpark setzte er zum Endspurt an und nahm seinem Aalener Kontrahenten vollends die Chance zum zweiten Sieg. 1:25:30 Stunden zeigte die Uhr im Ziel und bescheinigte dem Jebenhäuser eine weitere Glanzleistung nach seinem Halbmarathon-Sieg in Lichtenwald vor drei Wochen. „Ich bin zum vierten Mal dabei und freue mich einfach, dass ich hier gewinnen konnte“, strahlte Jochen Müller im Ziel. „Von Anfang an bin ich immer hart am Anschlag gelaufen“, meinte er, „als ich dann an Marcus dran war, musste ich alles geben“.

Trotz seiner Niederlage war Marcus Baur gut gelaunt: „Ein gigantischer Lauf bei bestem Wetter und einer perfekten Organisation“, beschrieb der geübte Geländeläufer sein Rennen, „aber an den Bergen ging mir nach und nach die Kraft aus, was ich heute Morgen nicht gedacht hätte“. Der dritte Zielankömmling war Chris Klenk aus Tübingen, der in Göppingen sein Debüt gab. Er freute sich riesig über seinen dritten Rang, den er sich in 1:26:23 Stunden verdiente.

In die Top-Ten liefen Nico Damrat (Stuckateurinnung/1:27:02), Michael Digel (Sparda/1:27:32), Armin Aichinger (AST Süßen/1:29:15), Pierre Partipilo (1:29:42), Harald Aichele (1:31:53), Dietmar Steck (Bodyconcept Göppingen/1:34:05) und Daniel Agster (1:35:21).

Das Rennen bei den Frauen lief weniger dramatisch ab: Miriam Köhler vom Sparda-Team nahm schon im ersten Viertel das Heft in die Hand und lief in Begleitung von Johannes Großkopf in 1:39:44 Stunden zu einem klaren Sieg. „Heute Morgen war ich noch müde, aber unterwegs lief es immer besser und ich freue mich jetzt über den schönen Sieg“, genoss die Birenbacherin die Siegesfeier mit Maskottchen Staufi und ihren Lauffreunden. Karin Kern aus Wäschenbeuren (LAV Tübingen), Siegerin bei der Barbarossa-Premiere 2011 und im Jahre 2013, folgte in 1:45:09 Stunden und war mit ihrem zweiten Platz nach nur sieben Wochen Training sehr zufrieden. „Ich war anderthalb Jahre verletzt, jetzt geht es wieder aufwärts“, meinte die frühere Kreis-Athletin. Sie konnte sich nach dem Hohenstaufen von Tanja Massauer vom Sparda-Team absetzen, die eine knappe Minute später finishte.

Ihr folgten Tamara Borst (azzurro-Barbarossa-Team/1:47:37), Kathrin Baumann-Tischer (Sparda/1:49:05), Claudia Volz (VFL Kirchheim/1:49:11) und Julia Laub vom SC Filstal, die zu den Favoritinnen gezählt hatte, aber nur einen Trainingslauf vor zwei Wettkämpfen in Spanien absolvierte.

Souveräne Sieger bei den 4er-Staffeln war einmal mehr die Stuckateur-Innung Göppingen-Geislingen um Andreas Hinterschweiger, der sieben Mannschaften auf die Strecke geschickt hatte. Der Eislinger Stuckateur-Chef komplettierte das erste Team, löste Andreas Damrat an der Wechselzone am Wannenhof ab und wurde an der Ziellinie nach 1:24:21 Stunden registriert.

Eine tolle Leistung erzielte das Quartett des Hohenstaufen-Gymnasiums mit Filip Buterin, Jannik Windelband, Alexander Stocker und Dominik Geißinger in 1:31:47 Stunden.

Ihm folgten das Team „Rote Bärte laufen für das Hospiz Göppingen“ mit Matthias Häderle, Carmen Lang, Markus Brucks und Andreas Cerrotta (1:35:55).

Das schnellste 2er-Team stellte die Firma Strassacker mit Alessandro Collerone und Timo Rau (1:29:01), die das Team „Ein Fall für Zwei“ (Michael Dressler, Christian Muth/1:29:59) und die Kletterstube Göppingen (Peter Bruckmüller, Timo Berner/1:33:08) auf die Plätze verweisen konnten.


 Alle Ergebnisse unter www.ast-suessen.de

 Dieser Bericht erschien zuerst in der NWZ Göppingen am 07.05.2017

 Bildergalerie von Stephan Weber | groundshosts.de 

 Bildergalerie von Giacinto Calucci in der NWZ Göppingen vom 07.05.2017