Marcus Baur aus Aichwald, der Bruder des Vorjahressiegers Matthias Baur, gewann den 4. Barbarossa-Berglauf in einem spannenden Rennen. Bei den Damen gab es einen Überraschungssieg durch Marlene Windisch aus Salach. In aller Munde waren allerdings auch die vier für einen guten Zweck laufenden Superhelden.
 
Bei hervorragenden Bedingungen versammelten sich 570 Läuferinnen und Läufer zum Start des Halbmarathons im Rahmen des vierten Barbarossa-Berglaufes an der Werfthalle im Göppinger Stauferpark. Der Großteil von ihnen nahm die 21,4 Kilometer bzw. 340 Höhenmeter über den Göppinger Hausberg alleine in Angriff, zudem waren noch 49 Zweier- und 59 Viererstaffel beim gemeinsamen Start dabei.


Vom Ziel weg setzte sich zunächst der Favorit Alessandro Collerone vom Sparda-Team Rechberghausen an die Spitze der Einzelläufer, verfolgt von einer ganzen Reihe weiterer Favoriten, unter anderem dem Vorjahressieger Matthias Baur aus Aalen, sowie dessen Bruder Marcus, Oliver Späth aus Esslingen (Team Festo), sowie den beiden bekannten Läufern aus der Region, Roland Wellert aus Uhingen und Jochen Müller (Feuerwehr Jebenhausen).
Im Verlauf des zunächst leichten Anstiegs durch das Oberholz zog sich das Feld dann schnell in die Länge, viele Hobbyläufer ließen es ruhiger angehen, gerade angesichts der warmen Temperaturen.
 
Ab Hohrein begann dann der steilere Teil des Laufes. Alessandro Collerone lief hier noch mit einigen Metern Vorsprung, doch das Verfolgerfeld, bestehend v.a. aus Marcus Baur, Oliver Späth und Jochen Müller, lief sehr konstant. Vorjahressieger Matthias Baur war zu diesem Zeitpunkt schon ausgeschieden, er hatte sich den Knöchel verstaucht.
 
Schon bevor der Gipfel des Hohenstaufens erreicht war, wurde Collerone langsamer. „Ich hatte einfach keine Kraft mehr“, so der Eislinger. Er fiel Platz um Platz zurück. Auf dem steilen Bergabstück von Hohenstaufen in Richtung Oberholz war es Oliver Späth, der in Führung ging, dahinter folgten Marcus Baur und Jochen Müller. Auf dem letzten Gegenanstieg spielte der berglauferfahrene Marcus Baur seine Stärken aus, distanzierte seine Gegner und lief bis zum Zieleinlauf einen kleinen Vorsprung heraus. Am Ende gewann er in 1:25:52 Stunden vor Oliver Späth (1:26:10). Der 25-jährige Marcus Baur trainiert sehr viel in den Bergen und bereitet sich zurzeit auf einen Extremberglauf Ende Juni auf die Zugspitze mit über 60 km Länge vor. „Der Barbarossa-Berglauf ist wunderschön, nicht nur zur Vorbereitung. Ich komme wieder!“
 
Hervorragender Dritter wurde der Jebenhäuser Jochen Müller (1:26:46), somit bester Läufer aus dem Landkreis. „Ich habe bergauf zuerst ziemliche muskuläre Probleme gehabt, konnte das hohe Tempo von Alessandro nicht halten, dann lief es aber sehr gut.“ Ebenfalls sehr konstant gelaufen ist der routinierte Roland Wellert aus Uhingen, der in 1:27:14 auf den vierten Gesamtplatz kam. Wellert und Müller tauschten damit die Platzierungen aus dem Vorjahr. Alessandro Collerone wurde letztlich auf den neunten Platz durchgereicht (1:32:03). 
 
Bei den Damen gab es eine Siegerin, mit der keiner rechnen konnte. Nicht die favorisierte Gaby Abele aus Gschwend gewann, sondern Marlene Windisch aus Salach, bisher in Läuferkreisen gänzlich unbekannt. Mit 1:32:09 Stunden war sie zudem im Gesamtfeld unter den Männern auf dem respektablen zehnten Rang. Die 20-Jährige war nicht nur zum ersten Mal beim Barbarossa-Berglauf dabei, sondern hat überhaupt noch keine Wettkampferfahrung. Dass sich besonnenes Laufen auszahlt, beweist auch sie „Ich bin am steilsten Stück gegangen, um nicht zu viel Kraft zu verlieren. Auf der Ebene und bergab konnte ich umso mehr gutmachen.“ Sie läuft „nur zum Spaß“ und war für das Fitness-Studio „bodyconcept“ am Start. „Die haben mich gefragt, ob ich mal mitlaufen will, da hab ich „Ja“ gesagt.“ 
 
Der Vorsprung auf die Zweite, Gaby Abele (1:44:49) betrug über zwölf Minuten (!), auf Rang drei folgte Tanja Massauer vom Sparda-Team Rechberghausen (1:50:06).
 

Übersicht über die Ergebnisse des Sparda-Teams

Männer

9. Alessandro Collerone 1:32:03
11. Wolfram Beck 1:34:01 – 1. M55
18. Dieter Zimmermann 1:38:02
22. Thomas Weber 1:39:24
33. Michael Schweiß 1:42:35
87. Matthias Häderle 1:53:18
141. Otto Frey 1:59:28 – 1. M65
296. Karl Schlotz 2:19:39
349. Werner Tritschler 2:37:56 – 3. M70

Frauen

3. Tanja Massauer 1:50:06 
35. Beatrice Schurr 2:10:32
47. Silvia Schwarzer 2:17:06

2er-Staffeln

19. Miriam Köhler und Kerstin Rohm
34. Reinhard Hokenmaier und Frank Spies
35. Karl Schlotz und Sandra Carneiro
 
Somit waren 18 Leute vom Team am Start. Neben dem herausragenden dritten Platz von Tanja gab es die AK-Siege durch Otto und Wolfram. 
Bei den Mannschaften gab es für das Team Alessandro – Wolfram – Dieter den ersten Platz!  Das zweite Team mit Thomas, Michael und Matthias kam auf den 4. Platz von 33 Mannschaften, das Team drei mit Otto, Karl und Werner war immerhin noch 27.
 
Bei den Frauen-Mannschaften kamen Tanja, Beatrice und Silvia auf den 4. Platz. Wenn man berücksichtigt, dass Miriam und Kerstin in der 2er-Staffel dabei waren, auch ein tolles Ergebnis!

Ein sehr gutes Ergebnis bei einer sich zunehmend etablierenden Veranstaltung!