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Neuer 24-Stunden-Lauf als Hindernislauf – hart, aber ein Erfolg! Ein Insider-Bericht und Kommentar

In der nunmehr 21. Auflage fand am 23./24.9.17 der 24-Stunden-Lauf von Uhingen statt. Dieses Mal war jedoch alles anders. Das über viele Jahre bewährte Konzept wurde abgeändert, statt 10 Leuten auf flachen 500 Metern durch Uhingen liefen dieses Mal 4er-Teams auf 2,2 km, gespickt mit 12 Hindernissen. Das Ganze ergibt dann den ersten 24-Stunden-Hindernis-Lauf in der Stadt weltweit!

 Best-Of-Galerie aus Teilnehmer-Sicht ...

Maßgeblich für die neue Konzeption sind Björn und Walter Hahn verantwortlich. Dieses „OCR“-Konzept (obstacle crosss run) stieß nicht gleich bei allen auf Begeisterung. Doch die Stadt Uhingen, die Feuerwehr Uhingen, die Sparda-Bank und letztlich auch unser Sparda-Team mit seinen Athleten inklusive Vorstand war dann auch dabei.

Das Sparda-Team stellte über 40 Helfer, und zwei der 35 4er-Teams, womit wir mit den Leuten, die in der Orga beteiligt sind (v.a. Rolf Bayha und Ralf Scholz) bei gut 50% des Sparda-Teams sind, die an diesem Wochenende (und schon viele Monate zuvor) beschäftigt waren! Auf diesem Weg nochmals Danke an alle.!

Als Teilnehmer meldeten sich spontan bei der Mitgliederversammlung im März und der ersten Vorstellung des neuen Laufes spontan 6 Leute, was für mich sehr überraschend war. Nach mehreren Ausfällen und Einspringen von auch mir (der primär als Coach neben Ralf Scholz vorgesehen war) hatten wir zwei Teams am Start:

„Sparda-Team Rechberghausen Elite“

  • Hannes Großkopf
  • Thomas Braun (Gastläufer)
  • Kay-Uwe Müller (Gastläufer)
  • Michael Schweiß

„Sparda-Team Rechberghausen Masters“

  • Thomas Böhringer
  • Paul Schaaf
  • Marco Höpfner
  • Michael Kothe (Gastläiufer)

Ohne es genau nachzuprüfen, glaube ich, dass wir als „Masters“ das älteste Team im Feld waren, daneben waren wir das einzige echte Lauf-Team und neben der Polizei das einzige Überbleibsel des Teilnehmer-Feldes vom „alten“ 24-Stunden-Lauf.
Die meisten waren „OCR“-Spezialisten, wie „Getting tough“ oder „Never Give Up“.
Unser Laufplan sah vor, dass jeder 5 Blöcke mit 3x1 Stunde und 2x1,5 Stunden läuft, um in den langen Pausen ausreichen trocken und warm zu bleiben. Einzelne Runden (wie viele andere Teams liefen) wären zwar schneller, aber ungesünder. Die Pausen wurden in der Tiefgarage des Uditoriums verbracht, Schlafplätze fand jedes Team auf den Parkplätzen, Essen gab es im Vorraum von der Uhinger Feuerwehr. Es sah schon ein wenig wie im Kriegslazarett aus...
Die Hindernisse waren vom Orga-Team und der Feuerwehr Uhingen in großer Mühe aufgebaut worden. An einigen der Hindernissen waren Helfer aus unserem Teams platziert, entweder um aufzupassen, dass nichts passiert oder auch als „marshalls“, um Strafen auszusprechen, wenn das Hindernis umgangen wird (es waren dann Hock-Streck-Sprünge, neudeutsch Burpees, zu absolvieren).
Der Start war wie früher auch um 16 Uhr am Uditorium in Uhingen. Auf der ersten Runde wurde an den Hindernissen vorbei gelaufen, abgesichert durch unsere Helfer. Hannes Großkopfs Ziel, die erste Runde als schnellster zu absolvieren, schaffte er knapp in 6:03 Minuten (!) für die 2,2 km.
Dann wurden die Hindernisse eingebaut, klar, die Spezialisten gingen vorneweg. Unser „Elite“-Team pendelte sich trotzdem auf Platz 3 bis 4 ein, das „Masters“-Team um Platz 15.
Die Platzierungen waren letztlich aber sekundär. Denn schon in der ersten Stunde wurde klar, dass der Lauf noch härter wird, als gedacht. Es sah am Anfang so aus, als dass es blanker Kampf ums Überleben bzw. Durchkommen wird. Die beiden ca. zwei Meter hohen Eskaladierwände waren auf jeder Runden zu überwinden, die überhängende Negativwand, die „Monkey Bars“ wurden am Tag vor dem Lauf noch zu zwei langen Rohren umgebaut, an denen man sich über 3 Meter entlang hangeln musste. Die hohe Holzpyramide zum Drüberklettern per Seil war recht steil und wurde zunehmen feucht am Abend. Die Betonröhren zum Durchkrabbeln waren sehr eng und hart.
Es stellten sich die ersten Blessuren ein, Thomas Böhringer stürzte beim Laufen im Matsch entlang der Fils auf eine Wurzel und zog sich eine heftige Oberschenkelprellung zu. Nachdem er die Runde fertig ehumpelt ist, konnte er nicht mehr laufen, trotz der Bemühungen unseres guten Physiotherapeuten Tobias Breyer vom „Physiomed“ Eislingen. Zwei Teams scheiden aufgrund von mehreren Ausfällen aus. Jeder hatte Schrammen am ganzen Körper. Handschuhe, lange Ärmel und Knieschoner waren wichtige Utensilien.
Die Organisatoren um Björn Hahn und Ralf Scholz entschieden vollkommen korrekt und nahmen die gefährlichsten Hindernisse ab der Nacht raus und vereinfachten die Bewältigung anderer Hindernisse (z.B. Anbringen von Kletterhilfen an den Eskaladierwänden). Somit waren wir alle wieder optimistischer.
Thomas Böhringer musste einen 1.5 Stunden-Block auslassen, so dass im „Masters“-Team keiner mehr lief. Danach erholte er sich wieder und konnte wieder mitlaufen.
Unsere läuferischen Qualitäten kamen in der Nacht mehr und mehr zur Geltung, als die kraftraubenden Hindernisse wegfielen, die Erfahrungen aus den alten 24-Stunden-Läufen und von vielen (Ultra-)-Marathons brachte v.a. das Masters-Team in den frühen Morgenstunden wieder weiter nach vorne. Das Elite-Team mischte ohnehin weiter ganz vorne mit.
Gut war auch, dass es vom Wetter her ein schönes Herbstwochenende war, mit tagsüber fast 20 Grad, nachts minimal 8 bis 9 Grad und vollkommen trocken!
Letztlich kamen wir alle gut durch, es gab außer Kratzern und blauen Flecken keine größeren Blessuren.
Die Stimmung an der Strecke war toll, viel besser als die letzten Jahre beim „alten“ 24-Stunden-Lauf, v.a. als die Veranstaltung sich dem Ende neigte.
Das „FitOne Getting Tough“-Team, das in 6 Wochen zur OCR-Weltmeisterschaft in Las Vegas fährt, gewann mit 130 Runden, letztlich klar vor der Polizei Baden-Württemberg (119 Runden). Auf Rang drei folgte das „Never Give Up“-Team, mit 117 Runden nur ganz knapp vor unserem „Elite-Team“, das auch 117 schaffte. Platz vier von 33 Mannschaften im Ziel, inmitten der OCR-Spezialisten, ist eine Leistung, die kaum einer erwartet hätte!
Bei der Wertung der reinen Männer-Teams ergab das Rang 3, da das „Never Give Up“-Team ein Mixed-Team war. Die „Masters“ wurden gesamt 16. bzw. bei den Männer-Teams 14. was auch aller Ehren wert ist, v.a. wenn man bedenkt, dass bei uns 1,5 Stunden keiner gerannt ist. Am Ende schafften wir auch 91 Runden.

Fazit: Ein gelungenes Update des „alten“ 24-Stunden-Laufes, dem es aber noch ein paar Abänderungen bedarf, so dass es nächstes Jahr sicher mindestens genauso ein Erfolg wird.

In etwas abgeschwächter Version wird es dann auch für die breite Läufermasse bzw. die Hobbyläufer machbar sein. Empfehlenswert ist es allemal, „OCR“-Elemente in das Lauftraining einzubauen, es gibt Rumpfstabilität, die den Läufern oft fehlt und bringt Abwechslung. Also: springt einfach mal durch nen Bach, klettert über ne Wand und macht 2018 in Uhingen mit!

Danke nochmals an alle Helfer und meine Mitkämpfer! Respekt für Björn Hahn, so was ganz Neues auf die Füße zu stellen!


 

 Ergebnisse im Internet unter http://my5.raceresult.com